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Ausstellung danach / Ausstellung davor

11.9. bis 16.09.2004
Bruno Alexander & Will Matthews
ex / hi / bi / tion / ism


Einige Dutzend Menschen haben sich im Innenhof der verschlossenen Aplanat Galerie versammelt. Keiner der Gäste, die auf Einlass warten, scheinen in irgendeiner konkreten Ahnung darüber was sich hinter den Türen, geschweige denn hinter dem Titel der Ausstellung verbirgt - ex.hi.bi.tion.ism: Glastüren sind mit Stoff verhangen. Draußen dämmert es. Fackeln leuchten den Weg zum Eingang, Sekt wird ausgeschenkt, die Ungeduld bleibt dabei erträglich. Als die Neugierde der Besucher groß wie ihre Spekulationen darüber was sie erwartet, öffnet man die Türen der Galerie. Musik ertönt, doch widererwartend schließt man, nachdem einer Person Einlass gewährt wird, die in einem dunklen Gang verschwindet, die Galerie für einen weiteren Moment. Erstaunen setzt unter den Wartenden ein. Nach Passieren des Eingangs wird jeder selektiv eingelassene Gast gebeten, sich in einem dunklen Raum zu setzen. Dies diene zum Verständnis der Ausstellung. Im nun Folgenden solle er sich eine Präsentation anschauen - ein Blitzlicht erleuchtet nach einem Moment der Besinnung den Wartenden. Ein 8 x 10 großes Polaroid entsteht und der Gast erhält eine erste Ahnung, doch keine Gewissheit. Ein Portrait ist geschossen. Hiernach führt man die im Dunkeln sitzende Person in einen hellen Ausstellungsraum, der gefüllt ist einzig mit leeren Rahmen. Das Einlass-Prozedere wiederholt sich - gleichermaßen unsichtbar für die vor dem Eingang noch wartenden und die bereits in die Ausstellung geführten Individuen. Im Ausstellungsraum mehren sich in der Konsequenz dieser Abhandlung Exponate und Besucher - die sich zu einem Teil nun ausgestellt sehen. Schlussendlich entstehen 69 Bilder von ungefähr 350 Besuchern. Die Aufmerksamkeit des Publikums vor und hinter den Pforten der Galerie bleibt bis zur Anfertigung des letzten Porträts bestehen. Man spricht gar von Unterhaltungsfaktor. Das Subjekt wird zum Objekt. Mit dieserart einer sehr bewusst inszenierten Situation, erzielen Bruno Alexander und Will Mathews ein beachtenswert hohes Maß an Authentizität.

Marc Alexander Holtz

Ausstellungsdauer: 11.9. bis 16.09.2004





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